Tamina Reinecke: Rede zum Masterplan Mobilität Ostfriesische Inseln

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TOP 9 Mobilitätsinfrastruktur im Tourismus stärken - Masterplan Mobilität Ostfriesische Inseln unterstützen

- Es gilt das gesprochene Wort -

Mehr als zwei Drittel der Deutschen ist Nachhaltigkeit beim Reisen wichtig – und dennoch reisen viele Urlauber*innen bei uns in Niedersachsen sicherheitshalber mit dem eigenen Auto an.

Der Grund: mangelnde Verlässlichkeit und Lücken auf der letzten Meile. Die Folgen sind bekannt: verstopfte Straßen, die die Mobilität der Bevölkerung vor Ort aktiv einschränken, hohe Emissionen, die unser niedersächsisches Ziel der Klimaneutralität bis 2040 gefährden, und zu viele Fahrzeuge, die in landschaftlich geschützten Gebieten einen Parkplatz suchen. Das ist nicht nachhaltig. Das ist nicht zukunftsfähig.

Dabei spricht auch wirtschaftlich nichts dagegen. Ein besserer ÖPNV-Anschluss erhöht die Erreichbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der Region. Ein Masterplan Mobilität Ostfriesland ist also aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht eine echte Win-win-win-Lösung.

Die ostfriesische Halbinsel hat sich daher bereits 2024 auf den Weg gemacht, einen solchen Masterplan auszuarbeiten. Denn klar ist: Nur wer Einheimische und Gäste gemeinsam denkt, kann Lebensqualität erhalten.

Auf unserer Ausschussreise nach Südtirol haben wir gesehen, wie gut das gelingen kann – wenn man ganzheitlich vorgeht und alle Akteur*innen an einen Tisch holt. Gute Strategien entstehen, wenn parteiübergreifend zusammengearbeitet wird.

Umso bedauerlicher ist es, dass die CDU ihren Änderungsantrag erst heute zum Plenum einbringt – und nicht bereits in die Beratungen im Ausschuss. Der Änderungsantrag der CDU bietet, ganz in Linie mit der miserablen Wirtschaftspolitik der Ära Reiche, leider keine Antworten auf die Transformationsherausforderungen unserer Zeit.

Aber ich freue mich, dass auch die CDU der Notwendigkeit eines Mastplans Mobilität offen gegenüber steht. Denn die breite Unterstützung durch das Land ist wichtig und gibt den Akteuren vor Ort die Planungssicherheit, die es braucht, um ein komplexes Mobilitätskonzept zukunftssicher aufzustellen.

Genau das ist die Intention dieses Antrags. Nur wenn Kommunen, Verkehrsgesellschaften, Aufgabenträger, Land und Bund an einem Strang ziehen, entsteht ein lückenloses, nachhaltiges Angebot – bei An- und Abreise wie auch bei der Mobilität vor Ort.

Als Land nutzen wir dafür unsere diversen Unterstützungsmöglichkeiten. Über den Landeshaushalt stellen wir Förderangebote bereit, die den klimafreundlichen Umbau ermöglichen:

  • Zuschüsse für den Radverkehr,
  • Mobilitätsstationen,
  • Fahrradparkhäuser,
  • öffentliche Ladesäulen,
  • elektrische Busse und Züge sowie die
  • Einführung der elektronischen Gästekarte.

Mit der Mobilotsin und der neu geschaffenen Mobilitätsabteilung bei Tourismus Marketing Niedersachsen wird Wissen für Destinationen gebündelt und Expertise passgenau angeboten. Mobilität wird so fester Bestandteil der niedersächsischen Tourismusstrategie.

Wir stehen als Land hinter dieser Initiative – denn ein solcher Mobilitätsplan kann zur Blaupause für ganz Niedersachsen werden. Auf in ein klimaneutral erlebbares Niedersachsen!

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