Agrarstrukturgesetz beschlossen:Ackerland soll in Bauernhand bleiben

Mit dem neuen Agrarstrukturgesetz will Niedersachsen landwirtschaftliche Flächen vor Spekulation und überhöhten Preisen schützen. Besonders junge Landwirtinnen und Landwirte sollen davon profitieren. „Unsere Äcker sind keine Spekulationsobjekte“, betont die grüne Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke. Das Gesetz soll auch den Höfen im Landkreis Helmstedt eine verlässliche Zukunft sichern.

© Randy Fath

Helmstedt. Mit einem bundesweit bislang einmaligen Agrarstrukturgesetz wollen SPD und Grüne landwirtschaftliche Flächen besser vor Spekulation und überhöhten Preisen schützen. Davon sollen auch die landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Helmstedt profitieren. Insbesondere junge Landwirtinnen und Landwirte sowie Menschen, die einen Hof übernehmen oder gründen möchten, sollen künftig leichter Zugang zu bezahlbarem Ackerland bekommen.

Hierzu erklärt die tourismuspolitische Sprecherin, Tamina Reinecke, MdL: „Unsere Äcker sind keine Spekulationsobjekte, sondern die Lebensgrundlage unserer landwirtschaftlichen Betriebe. Gerade bei uns im Landkreis Helmstedt ist Landwirtschaft fest verwurzelt. Wir wollen, dass unsere Höfe eine Zukunft haben und auch die nächste Generation faire Chancen bekommt.“

Kern des Gesetzes ist eine Preisbremse: Liegt der Kaufpreis mehr als 35 Prozent über dem Verkehrswert, kann der Verkauf künftig untersagt werden. Auch eine übermäßige Konzentration landwirtschaftlicher Flächen soll verhindert werden. Zudem werden sogenannte Share Deals, bei denen Flächen indirekt über Unternehmensanteile den Besitzer wechseln, künftig behördlich kontrolliert.

„Wer einen Hof übernehmen oder weiterentwickeln möchte, darf nicht an überhöhten Bodenpreisen scheitern. Entscheidend sollte nicht sein, wer das größte Konto hat, sondern wer das Land tatsächlich bewirtschaftet“, betont Reinecke.

Das Gesetz berücksichtigt außerdem stärker den regionalen Bezug zwischen Flächen und Betrieben. Zugleich soll die doppelte Grunderwerbsteuer bei der direkten Ausübung des Vorkaufsrechts zugunsten landwirtschaftlicher Betriebe entfallen.

„Wir wollen, dass Bauernland in Bauernhand bleibt. Denn unsere Landwirtschaft braucht keine Spekulation, sondern verlässliche Perspektiven für die Menschen, die hier jeden Tag Verantwortung übernehmen“, so Reinecke abschließend.

 

 

 

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