Statement:Grüne: Der Nationalen Tourismusstrategie fehlt es an Weitblick

Auf der norddeutschen Tourismuskonferenz in Bremerhaven beraten Expert*innen aus Wirtschaft, Politik und Verbänden über Innovationen und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Zur Diskussion über die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Nationale Tourismusstrategie sagt Tamina Reinecke, tourismuspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen:

Der Bund setzt mit der Nationalen Tourismusstrategie ein richtiges Signal. Aus niedersächsischer Sicht bleibt sie jedoch zu vage, um den realen Herausforderungen zwischen Küste und Harz gerecht zu werden. Viele genannten Punkte sind seit Jahren bekannt oder bereits in der Umsetzung. Insbesondere die fehlende Finanzierung macht die Strategie zu unverbindlich.

Forderungen nach allzu pauschalem Bürokratieabbau und Steuersenkungen greifen zu kurz. Weniger Bürokratie braucht Augenmaß, sonst entstehen neue Probleme bei Ländern, Kommunen und Betrieben vor Ort. Und wenn dem Land und den Kommunen durch Steuersenkungen Einnahmen fehlen, blockiert dies Investitionen in Qualität, Infrastruktur und die Weiterentwicklung des Tourismus. Die Strukturen können so nicht wettbewerbsfähiger gemacht werden. 

Besonders problematisch an der Tourismusstrategie des Bundes ist die Sprachlosigkeit zur Klimakrise. Für Niedersachsen ist die Krise längst Realität – an der Küste, im Harz und im ländlichen Raum. Niedersachsen geht die Anpassung der Tourismusbranche seit Jahren konsequent an und wird das auch weiterhin tun. Der Rückenwind aus dem Bund bleibt jedoch aus. Wer Tourismus zukunftsfähig machen will, muss Klimafolgenanpassung verbindlich regeln: Mit klaren Zuständigkeiten, verlässlicher Finanzierung und messbaren Zielen. Ohne das bleibt die vorgebliche Strategie eine schnell überholte Sammlung an Ideen aus der Vergangenheit.

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