Klimawandelanpassung :Reinecke begrüßt neues Wassergesetz

Niedersachsen modernisiert sein Wassergesetz und schafft damit schnellere Verfahren für Hochwasser- und Gewässerschutz. Die neuen Regeln sollen Kommunen entlasten und sie besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.

© Bernd Dittrich

Hitzeperioden und Starkregen setzen auch den Kommunen in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel zunehmend zu. Mit einem aktualisierten Wassergesetz will die Landesregierung darauf reagieren und rechtliche Grundlagen schaffen, die Kommunen, Wasserverbänden und Landwirtschaft mehr Sicherheit und Planbarkeit geben. Die Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Klimafolgenanpassung Tamina Reinecke (Bündnis 90/Die Grünen) sieht darin einen wichtigen Schritt für die Region. „Wir erleben auch hier in den Kreisen Helmstedt und Wolfenbüttel, dass Starkregenereignisse lokale Überflutungen verursachen und unsere Infrastruktur an Belastungsgrenzen bringt. Gleichzeitig werden Trockenperioden länger und die Grundwasserneubildung verändert sich. Kommunen brauchen verlässliche Instrumente, um auf solche Entwicklungen reagieren zu können.“

Schutzmaßnahmen schneller umsetzen

Das Gesetz soll es ermöglichen, Maßnahmen im Hochwasser- und Gewässerschutz zügiger umzusetzen und klarer zu priorisieren. Reinecke: „Starkregenfälle zeigen immer wieder, wie wichtig funktionierende Vorsorge ist. In den letzten Jahren sind immer wieder Flüsse und Bäche übergelaufen. Straßen, Häuser und Unterführungen sind in kurzer Zeit vollgelaufen. Das Weihnachtshochwasser 2023 hat deutlich gemacht, wie schnell solche Lagen entstehen können und wie entscheidend zügige Verfahren im Ernstfall sind. Hier gibt es nun schlankere Verfahren, damit Schutzmaßnahmen schneller umgesetzt werden können.“

Wasser als gemeinsame Zukunftsaufgabe

Für Reinecke ist das Gesetz ein wichtiger Baustein einer langfristigen Anpassungsstrategie:
„Wir müssen Kommunen befähigen, Risiken frühzeitig zu erkennen und systematisch gegenzusteuern, ob es um Regenwasserrückhalt, Versickerungsflächen, stabile Pegel oder ausreichende Reserven in Trockenperioden geht. Das Wassergesetz schafft dafür verbindlichere Grundlagen und einen klaren Rahmen.“

Kommunen erhalten mehr Gestaltungsspielraum – sparsamer Umgang kann sich auszahlen

Künftig sollen Kommunen stärker am tatsächlichen Verbrauch orientierte Wassergebührenmodelle einführen können. Dadurch entsteht die Möglichkeit, sparsamen Umgang gezielt zu belohnen. „Kommunen, Betriebe und Haushalte, die bewusst mit Wasser umgehen, sollen davon auch finanziell profitieren können“, erklärt Reinecke. „Das schafft Fairness und unterstützt eine ressourcenschonende Nutzung – gerade in Jahren, in denen Grundwasserstände unter Druck geraten.“

Mehr Schutz für Trinkwasser: Keine neuen Erdgasbohrungen in Schutzgebieten

In Wasserschutzgebieten sollen neue Erdgasbohrungen künftig grundsätzlich ausgeschlossen werden. Reinecke: „Unsere Trinkwasservorkommen sind ein sensibles Gut. Der Ausschluss zusätzlicher Bohrungen ist ein notwendiger Schritt, um Risiken zu minimieren und die Versorgung langfristig zu sichern.“

 

Zurück zum Pressearchiv