Energiewende konkret:Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke besucht die Landwind-Gruppe in Gevensleben

Bei ihrem Besuch der Landwind-Gruppe hat Tamina Reinecke zentrale Projekte der Energiewende im Landkreis Helmstedt unter die Lupe genommen – von modernen Windanlagen über kommunale Beteiligungsmodelle bis hin zu millionenschweren Investitionen in den Standort.

© Bündnis90/Die Grünen

Die Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke (Bündnis 90/Die Grünen) besuchte die Landwind Gruppe im Landkreis Helmstedt, um sich ein Bild von aktuellen Energiewende-Projekten, regionaler Wertschöpfung und Beteiligungsmodellen zu machen. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Bärbel Heidebroek, Bürgermeister Daniel Markworth (Gevensleben) und Samtgemeindebürgermeister Philipp Ralphs (Heeseberg) diskutierte sie Fragen rund um Netzausbau, Genehmigungsverfahren und Akzeptanz für erneuerbare Energien.

Repowering und Klimaanpassung als politische Schlüsselthemen

Im Gespräch vor Ort wurde deutlich, wie wichtig nicht nur der Zubau, sondern auch der intelligente Ersatz älterer Anlagen ist. In den letzten zwei Jahren wurden im Windpark Gevensleben/Uehrde/Winnigstedt zehn Altanlagen durch zwölf moderne Windräder ersetzt. Zudem ist für 2026 die Errichtung von vier weiteren Anlagen geplant. „Repowering macht es möglich, mit weniger Eingriffen in die Natur mehr erneuerbare Energie zu erzeugen,“ sagt Reinecke, „Repowering ist ein zentrales Element unserer Energiepolitik in Niedersachsen. Wenn wir alte Windräder durch moderne, leistungsfähigere Anlagen ersetzen, steigern wir die Energieausbeute deutlich – und das, ohne neue Flächen zu versiegeln. Das schafft Akzeptanz in der Region, nutzt vorhandene Infrastruktur und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erreichen unserer Klimaziele und Energiesouveränität.“

Beteiligung und Vertrauen vor Ort

Für die Landwind-Gruppe ist Bürgerbeteiligung zum zentralen Erfolgsfaktor geworden und stärkt Akzeptanz und Zusammenhalt vor Ort. Durch Arbeitsplätze, Gewerbesteuer, Nachbarschaftstarife, Akzeptanzabgaben und eine Bürgerenergie-Genossenschaft bleibt ein großer Teil der Wertschöpfung direkt in der Region. „Gemeinden, auf deren Flächen Wind- und Solaranlagen stehen, sollen auch unmittelbar von der Stromerzeugung profitieren. Darum hat unser Landesumweltminister Christian Meyer 2024 das Wind- und PV-Beteiligungsgesetz eingeführt – mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde, die direkt an die Kommunen gehen“, so Reinecke. „Frühe und transparente Beteiligung schafft Vertrauen. Energiegenossenschaften wie die LandEnergie Bürger eG oder auch die Bürgerenergie Schunter zeigen, wie Beteiligung vor Ort gelingt. Gleichzeitig gibt es Initiativen, die durch Falschinformationen verunsichert werden. Deshalb brauchen wir kontinuierliche, ehrliche und nahbare Bürger*innenbeteiligung.“

Investitionen in regionale Entwicklung und Klimaanpassung

In Gevensleben entsteht zudem ein neues energieeffizientes Bürogebäude, gefördert durch 2,3 Millionen Euro Landes- und Bundesmittel. Insgesamt investiert die Firma LandService über zehn Millionen Euro in Standortausbau und Arbeitsplätze. Reinecke würdigte die strategische Bedeutung solcher Projekte für den ländlichen Raum: „Gerade der ländliche Raum hat das Potenzial, Innovationsmotor der Energiewende zu sein. Durch gezielte Investitionen, neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bleibt Wertschöpfung vor Ort und stärkt die Zukunftsfähigkeit der Region.“

Blick nach vorn: Die Energiewende als Gemeinschaftsaufgabe

Im Gespräch wurde deutlich: Die Energiewende braucht die Integration von Wind- und Photovoltaik, flexible Strommärkte, einen Netzausbau, moderne Speicherlösungen und eine breite gesellschaftliche Beteiligung. Reinecke: „Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die sich vor Ort entscheidet. Wichtig ist, dass Rahmenbedingungen stimmen und alle Akteure in das Vorhaben eingebunden werden. Gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern können wir den Wandel konkret gestalten und Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und Teilhabe zusammenbringen.“

 

 

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