Vorfahrt für den Igel :Tamina Reinecke MdL: „Helmstedt geht voran – jetzt braucht es klare Regeln für ganz Deutschland.“
Der Landkreis Helmstedt zieht Konsequenzen für den Artenschutz: Nächtliche Fahrten von Mährobotern sind künftig untersagt, um Igel besser zu schützen. Die Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke begrüßt die Entscheidung – und fordert bundesweit einheitliche Regeln statt eines kommunalen Flickenteppichs.

Der Landkreis Helmstedt hat eine Allgemeinverfügung zum Schutz des Igels erlassen. Ab Inkrafttreten ist der Einsatz von Mährobotern in der Nacht – von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang – untersagt.
Dazu erklärt die Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke: „Der Landkreis Helmstedt übernimmt hier Verantwortung – und das ist richtig so. Igel gehören zu unserer heimischen Tierwelt und stehen inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Wenn wir sie schützen wollen, müssen wir auch neue Gefahren ernst nehmen.“
Der Westigel ist nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Dennoch gehen die Bestände zurück. Neben Lebensraumverlust und Straßenverkehr spielt zunehmend auch der nächtliche Einsatz von Mährobotern eine Rolle. Tierschutzorganisationen und Igel-Rettungsstationen berichten seit Jahren von teils schwer verletzten Tieren. Abgetrennte Gliedmaßen und tiefe Schnittverletzungen sind keine Einzelfälle. Die Technik der Geräte ist auf einen sauberen Rasenschnitt ausgelegt und nicht auf das Erkennen von Kleintieren, die sich bei Gefahr zusammenrollen statt zu fliehen. „Ein Igel hat gegen die rotierenden Klingen keine Chance. Und technische Lösungen bieten bislang keinen verlässlichen Schutz“, so Reinecke.
Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises begründet das Verbot mit dem notwendigen Artenschutz. Ausnahmen sind nur auf Antrag möglich, wenn im Einzelfall nachgewiesen wird, dass keine Gefahr für Igel besteht, etwa bei Dachflächen. Reinecke begrüßt die Entscheidung ausdrücklich, mahnt aber zugleich einheitliche Vorgaben an: „Was wir aktuell erleben, ist ein Flickenteppich. Einige Kommunen handeln, andere nicht. Für Bürgerinnen und Bürger ist das kaum nachvollziehbar. Wir brauchen klare, bundeseinheitliche Regeln – insbesondere ein Nachtfahrverbot für Mähroboter.“
SPD und Grüne im Niedersächsischen Landtag setzen sich daher für verbindliche Rahmenbedingungen ein, statt auf freiwillige Selbstverpflichtungen zu setzen.
„Ein nächtliches Fahrverbot schränkt niemanden spürbar ein – rettet aber vielen Igeln das Leben. Heimische Gärten dürfen nicht zur tödlichen Falle werden.“ Reinecke betont abschließend: „Helmstedt zeigt, dass konsequenter Artenschutz auch auf kommunaler Ebene möglich ist. Jetzt sollte der Bund nachziehen, damit überall dieselben Regeln gelten.“