Ausstieg aus der Anbindehaltung bei Rindern:Tamina Reinecke: Mit klaren Regeln und fairen Fristen das Tierwohl verbessern

Niedersachsen beendet die Anbindehaltung von Rindern. Mit dem Inkrafttreten eines neuen Erlasses werden klare Regeln und Übergangsfristen für betroffene Betriebe eingeführt. Die Helmstedter Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke begrüßt den Schritt als wichtigen Fortschritt für das Tierwohl: "Wir schaffen bessere Bedingungen für die Tiere und geben den Betrieben gleichzeitig Planungssicherheit für die Umstellung."

© Monika Kubala

Helmstedt. Niedersachsen steigt aus der Anbindehaltung von Rindern aus. Mit dem Inkrafttreten des entsprechenden Runderlasses des Landwirtschaftsministeriums in Hannover wird eines der wichtigsten Tierschutzvorhaben der vergangenen Jahre umgesetzt. „Jetzt wird aus einer gemeinsamen Vereinbarung konkrete Praxis. Das ist ein großer Schritt für mehr Tierwohl in Niedersachsen“, erklärt die Grünen-Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke.

Im Landkreis Helmstedt werden nach Daten des Landesamts für Statistik rund 3.450 Rinder gehalten. Die Bestände sind dabei eher klein. „Auch wenn die Rinderhaltung im Landkreis Helmstedt eine kleinere Rolle spielt als in anderen Regionen Niedersachsens, gilt: Tiere brauchen Haltungsbedingungen, die ihren natürlichen Bedürfnissen gerecht werden“, so Reinecke.

Nach den Vorgaben des Erlasses soll die Anbindehaltung von Rindern künftig grundsätzlich beendet werden. Für betroffene Betriebe gelten dabei gestaffelte Übergangsfristen, die ausreichend Zeit für Umstellungen oder einen geordneten Ausstieg aus der Haltung geben. „Wir verbinden konsequenten Tierschutz mit Planungssicherheit für die Landwirtschaft. Das schafft Klarheit und Verlässlichkeit für alle Beteiligten“, betont Reinecke.

Rinder seien soziale und bewegungsaktive Tiere, deren natürliche Bedürfnisse in der Anbindehaltung nur unzureichend berücksichtigt werden könnten. „Wer einmal erlebt hat, wie Kühe nach einem langen Winter auf die Weide laufen, erkennt sofort, wie wichtig Bewegung für diese Tiere ist. Deshalb ist es richtig, diese Haltungsform zu überwinden“, sagt Reinecke.
Der nun umgesetzte Weg sei gemeinsam mit Vertreter*innen aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Tierschutz erarbeitet worden. Das Ergebnis eines intensiven Dialogs zeige, dass sich Tierwohl und Praxisnähe miteinander verbinden lassen.

„Viele Betriebe haben sich bereits auf den Weg zu moderneren und tiergerechteren Haltungssystemen gemacht. Der nun geltende Erlass sorgt dafür, dass dieser Weg mit klaren Regeln und fairen Fristen begleitet wird. Das stärkt nicht nur den Tierschutz, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz der Nutztierhaltung“, erklärt Reinecke.

Für die Grünen-Politikerin ist das Inkrafttreten des Erlasses ein wichtiges Signal für die Zukunft der Landwirtschaft in Niedersachsen: „Wir schaffen bessere Bedingungen für die Tiere und geben den Betrieben gleichzeitig einen klaren und fairen Rahmen für die Umstellung. Das ist ein wichtiger Erfolg für den Tierschutz und ein weiterer Schritt hin zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft.“
 

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